Bildungsreform

Im Jahr 2000 verabschiedeten die EU-Staaten einen Zehnjahresplan für Wachstum und Beschäftigung. Die folgenden Ziele waren Teil der sogenannten „Lissabon-Strategie“:

1.    Steigerung der Zahl der Absolventen in
       Mathematik, Naturwissenschaften und
       Technologie um 15 %
2.    Teilnahme am lebenslangen Lernen
3.    Senkung des Anteils an Schul- und
       Studienabbrechern
4.    Steigerung der Zahl der Abgänger mit
       einem Abschluss der Sekundarstufe II
5.    Verbesserung der Lesekompetenz der
       15-Jährigen

Ergebnis:

- Lediglich Ziel 1 konnte tatsächlich erreicht
  werden.
- Bei den Zielen 2-4 konnten die angestrebten
  Ziele nicht erreicht werden, wobei jedoch
  zumindest gewisse Fortschritte zu beobachten
  sind.
- Ziel 5 wurde nicht nur nicht erreicht, sondern
  verzeichnete sogar eine Verschlechterung im
  Verlauf der letzten zehn Jahre.


Welchen Beitrag kann virtuelles Lernen zum Erreichen der Zielsetzung der Lissabon- Strategie leisten?

Virtuelles Lernen bzw. der freie Zugang zum Internet ermöglicht Lernenden aller Altersklassen jederzeit einen umfassenden und zeitenunabhängigen Zugang zu aktuellen Geschehnissen, fundierten Quellen, themenbezogene Materialien unterschiedlichster Art etc. Hier kann alles was interessiert gesucht und gefunden werden, ob Zugang zu Bibliotheken; Filme, Lernprogramme, Berichte, Artikel…Darüber hinaus kann man sich jederzeit und nach Interessen mit anderen Teilnehmern über bestimmte Themen auseinandersetzen. Würde man den Bürgern einen unbegrenzten und freien Zugang zu diesem Medium ermöglichen, so wäre zumindest die Teilnahme an lebenslangem Lernen ermöglicht, ob diese dann auch genutzt würde ist größtenteils anzunehmen. Auch für die Lesekompetenz der 15-Jährigen wäre bei häufigerer Nutzung des Internets ein Lernprozess mit inbegriffen: Setzen sich Jugendliche mit diesem Medium auseinander, nützen sie es häufig auch privat und nach eigenen Interessen (es müssen ja nicht unbedingt immer nur schulische Lernprogramme sein) so setzt dies voraus, das sie, zum Verständnis dessen was sie tun, lesen. So simpel das auch klingen mag, aber nur Übung macht eben den Meister und um das Lesen kommt niemand beim virtuellen Lernen herum, vor allem dann nicht, wenn man bei virtuellem Lernen die Auseinandersetzung mit dem Medium an sich und dessen Nutzung bereits als Lernen begreift. Dies würde dann über die Zeit zwangsläufig zu einer Verbesserung der Lesekompetenz und zumindest zu einer Annährung an die angestrebten Ziele der Lissabon-Strategie führen. Da es erwiesen ist, dass bereits eine Steigerung des allgemeinen Bildungsniveaus zu verzeichnen ist, kann daraus wohl folgerichtig geschlossen werden, dass die häufige Ausübung von virtuellem Lernen auch dazu beitragen kann, dass immer mehr Schüler die Sekundarstufe II abschließen könnten. Dann wären Kriterien wie soziale Herkunft vielleicht nicht mehr länger so gewichtig, da man sich chancengleich über gewisse alte bestehende Grenzen hinweg heben kann.

22.1.10 19:38

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


U. (23.2.10 08:52)
Du vergisst dabei nur eines:
Internet ist nicht das einzige, was es am PC gibt.
Man muss auch bei Programmen, die nicht zwangsläufig Internet brauchen, lesen und oft sogar schreiben können.

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